Gemeinderat beschließt Zielsetzungen für die Nördliche Bahnhofstraße


Die Nördliche Bahnhofstraße beschäftigt nicht nur die Anwohner und Gewerbetreibenden vor Ort seit vielen Jahren, sondern auch den Gemeinderat. Nun geht es voran. Im Spätherbst soll es einen ersten Planungsentwurf geben, der dann im Gremium und mit den beteiligten Akteuren diskutiert werde, so Baubürgermeisterin Beatrice Soltys. Den Grundstein dafür haben die Gemeinderäte in der Sitzung am Dienstag, 19.03.2024, gelegt. Mehrheitlich stimmten sie für den von Soltys vorgelegten Beschluss über die allgemeinen städtebaulichen Zielsetzungen und den Rahmenplan für die Nördliche Bahnhofstraße und die angrenzenden Nebenstraßen.

Hierfür wurden und werden unterschiedliche Formate der Akteurs- und Bürgerbeteiligung durchgeführt. Erst kürzlich gab es eine Beteiligungsrunde mit Verantwortlichen des Familienzentrums und der Evangelischen Kirche, zusätzlich „haben wir erste Erfahrungen mit den Bürgern sammeln können“, sagte Soltys. Vor der Sommerpause wird es zudem eine Umfrage zu den Zielsetzungen unter den Gewerbetreibenden, den Anwohnern und den Bürgern geben.

Zu den Zielsetzungen gehören beispielsweise der barrierefreie Ausbau der Bushaltstellen und der Gehwege, ein Lichtkonzept, Abstellflächen für Fahrräder und Lastenräder sowie eine attraktivere Straßenraum- und Platzgestaltung mit ansprechenden Aufenthaltsflächen, erklärte Soltys. Wichtig dabei sind auch klimaangepasste Baumquartiere und weitere Begrünungs- und Beschattungsmaßnahmen. „Spannend wird es, wenn es um die Neuaufteilung des Straßenraums geht“, weiß die Baubürgermeisterin.

Franz Plappert (CDU) betonte in der Aussprache, es gebe viele offene Fragen seitens der Geschäftsleute. Er forderte, sich bei der Planung an den Kundenwünschen zu orientieren, da eine längerfristige Sperrung vermutlich der Anfang vom Ende vieler Geschäfte sei. Tom Seibold (FW/FD) kritisierte die Gewichtung der Verkehrsteilnehmer in der Vorlage. Fahrräder stünden an der Spitze. Dagegen käme das Thema Parkierung und Autoverkehr zu kurz. Dabei liege gerade darin einen großen Wettbewerbsvorteil der Stadt: „In Fellbach kann man noch mit dem Auto einkaufen.“

Sowohl die SPD- als auch die Grünen-Fraktion machten deutlich, dass das Projekt nun geplant und umgesetzt werden muss. Bei der Aufteilung des Straßenraums werde es auch darum gehen, Kompromisse einzugehen, meinte Andreas Möhlmann (SPD). Zudem solle bei der künftigen Nutzung auf die Attraktivität für die, die dort wohnten und nicht nur für die, die dort einkauften, geachtet werden. Agata Ilmurzynska (Grüne) kommentierte, dass eine Quartiersgarage eine wünschenswerte Neuigkeit wäre. Es sei weder für Geschäfte noch Gastronomiebetreibe gut, wenn sie zugeparkt seien. Ihrer Fraktion sei es wichtig, dass den Geschäften mit einer guten Straßengestaltung unter die Arme gegriffen werde.

Jörg Schiller (Die Stadtmacher) ist sich indes sicher, es sei gut, dass die Planungen nicht schneller gingen. „Die Innenstädte haben sich verändert“, so Schiller. „Bei der Neugestaltungen sollten wir wirklich zeigen, wie wir uns die klimaresiliente Stadt in Zukunft vorstellen.“ Dazu gehöre auch ein anderer Verkehrsmix.

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© Mareike Hoff (Stadt Fellbach)